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Sucralose – Süßstoff mit Nebenwirkungen

Sucralose ist als Süßstoff rund 600 mal süßer als herkömmlicher Haushaltszucker – und dabei vollkommen kalorienfrei. Der Zuckerersatzstoff ist daher auch bei einer diätischen Ernährung beliebt. Aufgrund der ausbleibenden Wirkung auf den Kohlehydratspiegel nutzen auch Sportler*innen den Stoff im Rahmen einer ketogenen Ernährung. Dabei ist Sucralose keineswegs unumstritten und steht im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.
Besonderheiten
  • kalorienfrei
  • hohe Hitzestabilität
  • Zulassung als E 955
  • kann schädlich sein
Das Wichtigste zusammengefasst
  • Sucralose ist in der EU als E 955 zugelassen. Der Süßstoff ist in zahlreichen Getränken, Süßigkeiten und Fitnessnahrungsmitteln enthalten.
  • Sucralose überzeugt zunächst durch Eigenschaften wie die hohe Hitzestabilität, die nicht vorhandenen Auswirkungen auf den Kohlehydratspiegel und den süßen Geschmack ohne bittere Note.
  • Allerdings ist der Einsatz des Süßungsmittels nicht unumstritten. Erste Studien weisen auf Auswirkungen auf die Darmflora hin. Unter bestimmten Umständen sollten auch Menschen mit Diabetes und einer Fructoseintoleranz vorsichtig im Umgang mit Sucralose sein.

Sucralose

Was ist Sucralose?

Sucralose ist ein Süßstoff, der aus Zucker hergestellt wird, dabei jedoch rund 600-mal süßer ist. Entstanden ist die chemische Verbindung Trichlorgalactosaccharose 1976 in England, bei der Saccharose chloriert wird. Die erste Zulassung unter dem Namen Sucralose erfolgte 1991 in Kanada, 1999 folgten die USA und 2004 die EU. Hier ist Sucralose als Lebensmittelzusatzstoff E 955 zugelassen. Inzwischen ist der Süßstoff in mehr als 60 Ländern zugelassen. Die erlaubte Maximalmenge liegt bei 15 mg je Kilogramm Körpergewicht.

Eigenschaften von Sucralose

Anders als Zucker tritt der süße Geschmack erst später auf und hält auch lange nach dem Herunterschlucken noch an. Als weitere Eigenschaften von Sucralose sind zu nennen:

  • kaum ein physiologischer Brennwert
  • verursacht keine Karies
  • hohe Hitzestabilität
  • kalorienfrei, da unverdaulich
  • gute Löslichkeit und Mischbarkeit mit anderen Nahrungsmitteln
  • kein bitterer Nachgeschmack

Allerdings rät z. B. das Bundesamt für Risikobewertung vom Erhitzen ab, da sich möglicherweise Dioxine bilden können (https://www.bfr.bund.de/cm/343/suessstoff-sucralose-beim-erhitzen-von-lebensmitteln-koennen-gesundheitsschaedliche-verbindungen-entstehen.pdf).

Worin ist Sucralose enthalten?

Der künstliche Süßstoff ist in zahlreichen Nahrungsmitteln von der Eiscreme bis zu kalorienfreien Softdrinks enthalten. Da der Stoff anders als Aspartam auch hitzestabil ist, findet man ihn auch in Backwaren. Gekennzeichnet ist der Stoff mit dem Kürzel E 955, das unabhängig der verwendeten Menge in der Liste der Inhaltsstoffe erscheinen muss, wenn ein Lebensmittel Sucralose enthält.

Oft ist Sucralose auch in Proteinpulver und Mahlzeitenersatzprodukten sowie anderen Fitnessnahrungsmitteln enthalten. Und auch Kaugummis oder Süßigkeiten sind nicht selten mit Sucralose gesüßt.

Schädlich oder gesund?

Unstrittig ist die Anreicherung von Sucralose in Flüssen, da sich derartige chlororganische Verbindungen in Kläranlagen nur schwer abbauen. Hinsichtlich der Auswirkungen auf den Menschen hingegen ist die Sachlage nicht ganz eindeutig. Erste Studien mit Tierversuchen weisen darauf hin, dass es möglicherweise einen negativen Einfluss auf die Darmflora geben kann (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18800291/, https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10937404.2013.842523). So reduziere der tägliche Konsum beispielsweise die Tätigkeit nützlicher Darmbakterien um bis zu 50 Prozent – was sich auch bei einem anschließenden Verzicht innerhalb von drei Monaten nicht mehr regenerierte.

Die maximale Tagesdosis von Sucralose liegt bei 15 mg / kg Körpergewicht. Wird diese überschritten, kann es auch bei Menschen zu Blähungen und Durchfall kommen, die nicht an einer Unverträglichkeit gegen Fructose leiden.

Auch für einen Zusammenhang mit Krebs gibt es inzwischen erste Anzeichen, die jedoch noch nicht hinreichend in wissenschaftlichen Studien belegt sind.

Aufgrund der möglichen Bildung von Dioxinen beim Erhitzen von Sucralose rät das Bundesinstitut für Risikobewertung vom Erhitzen ab, da die Stoffe, die sich bilden können, im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen.

Sucralose bei Diabetes

Langzeitstudien haben ergeben, dass Sucralose keinen Effekt auf die Blutglukosekontrolle oder die Insulinausschüttung hat. Damit ist der Stoff durchaus bei Diabetes geeignet. Allerdings gibt es auch andere Stimmen, die andere Studienergebnisse zutage brachten.

Auswirkung auf den Blutzucker und Insulinspiegel

Grundsätzlich soll Sucralose keine Auswirkungen auf den Insulinspiegel und Blutzucker haben. Studien, die dies an Personen testeten, die keine künstlichen Süßstoffe gewohnt waren, stellten hier jedoch einen Anstieg von 20 beziehungsweise 14 Prozent fest (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23633524/). Das bestätigte sich jedoch nur bei Menschen, die nicht regelmäßig zu künstlichen Süßstoffen greifen.

Bei Fructoseintoleranz

Bei einer Fructoseintoleranz solltest du Produkte komplett meiden, wenn sie Sucralose enthalten, da der Körper einen kleinen Teil in 1,6-Dichlorfructose umwandelt – eine Art der Fructose, die bei Menschen, die an einer Fructoseintoleranz leiden zu Blähungen, Durchfall und Erbrechen führen kann.

Sucralose und ketogene Ernährung

Der menschliche Körper erkennt Sucralose nicht als Kohlehydrat und verstoffwechselt den Süßstoff daher nicht. Damit eignet sich Sucralose bei einer ketogenen Ernährung, bei der (fast) vollständig auf Kohlehydrate verzichtet wird.

Wo kann ich Sucralose kaufen?

Der Großteil der Sucralose wird in den USA produziert und dort unter dem Namen Splenda sowie einer flüssigen Variante Candys verkauft. In Deutschland ist Nevella eine bekannte Vertriebsmarke. Suchst du im Onlinehandel nach dem Begriff Sucralose, findest du zudem eine ganze Reihe weiterer Hersteller und Produkte, die sowohl als Zuckerersatzstoff zum Einsatz kommen können, als auch Sucralose enthalten.

Gesunde Alternativen nutzen

Ob Ahornsirup, Agavendicksaft, Honig, Reissirup, Kokosblütensirup, Birkenzucker, Stevia oder Datteln – Alternativen zu klassischem Zucker boomen seit einigen Jahren. Für figurbewusste Menschen kommen hingegen eher die künstlichen Süßstoffe infrage, die eine gesunde kalorienarme Lösung versprechen. Die meisten dieser Ersatzstoffe stehen jedoch mit gesundheitlichen Folgen bis hin zur Förderung von Krebs im Zusammenhang. Wer eine unbedenkliche Alternative zu Zucker sucht, greift in Zukunft lieber zu Xylit und reduziert die Zuckermenge ganz allgemein etwas.

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